Hey Du,
heute reden wir über eine Pille, die in der Psychiatrie zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt wird, aber in der Drogenszene einen ganz anderen Ruf hat: Quetiapin, besser bekannt unter dem Markennamen Seroquel®.
In der Szene wird es als „Quell“, „Koma-Keule“ oder sogar „Baby-Heroin“ gehandelt. Es ist das Mittel der Wahl, um nach einem Speed- oder Koks-Trip „runterzukommen“. Aber dieses vermeintlich harmlose Schlafmittel ist ein potentes Antipsychotikum mit einem heftigen und oft unterschätzten Risikoprofil.
Was ist Quetiapin? Antipsychotikum, kein Schlafmittel 🧠
Quetiapin ist ein atypisches Antipsychotikum (Neuroleptikum). Seine Hauptaufgabe ist es, die Wirkung der Botenstoffe Dopamin und Serotonin im Gehirn zu blockieren. Das hilft, die Symptome einer Psychose oder Manie zu kontrollieren.
Seine stark sedierende (beruhigende) Wirkung kommt aber von einer anderen Eigenschaft: Es ist ein extrem potenter Histamin-H1-Rezeptor-Antagonist. Einfach gesagt: Es wirkt wie eine extrem starke Allergie- oder Schlaftablette, die dich zuverlässig ausschaltet.

Missbrauch in der Szene: Warum „Quell“ so beliebt ist 💊
Quetiapin macht nicht „high“ im klassischen Sinne. Es erzeugt keine Euphorie. Sein Missbrauch hat andere Gründe:
- Der „Comedown-Killer“: Das ist der Hauptgrund. Nach dem Konsum von Uppern wie Koks, Speed oder MDMA ist der Absturz oft von Paranoia, Angst und Unruhe geprägt. Quetiapin schaltet diese negativen Gefühle und den überdrehten Kopf einfach ab.
- Der „Benzo-Ersatz“: Da Benzodiazepine immer schwerer zu bekommen sind, weichen viele auf das leichter erhältliche Quetiapin aus, um Angst zu dämpfen oder zu schlafen.
- Der „Opioid-Verstärker“: Manche User nutzen es, um die sedierende Wirkung von Opioiden wie Heroin oder Methadon zu verstärken.
WARNUNG: Die brutalen Nebenwirkungen – Von Diabetes bis zum „Zombie-Modus“ ⚠️
Nur weil es kein klassisches Rauschmittel ist, ist es nicht harmlos. Die Nebenwirkungen von Quetiapin, besonders bei langfristigem oder hochdosiertem Konsum, sind gravierend.
Das metabolische Syndrom: Gewichtszunahme & Diabetes-Risiko
Das ist die bekannteste und eine der gefährlichsten Langzeitfolgen. Quetiapin greift massiv in den Stoffwechsel ein und kann zu:
- Extremer Gewichtszunahme führen.
- Die Blutzuckerwerte und Blutfettwerte (Cholesterin) stark erhöhen.
- Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, drastisch steigern.
Weitere häufige Risiken:
- Der „Seroquel-Hangover“: Extreme Müdigkeit, Benommenheit und „Brain Fog“ am Tag nach der Einnahme, die die Leistungsfähigkeit stark einschränken.
- Herz-Kreislauf-Probleme: Schwindel durch Blutdruckabfall, Herzrasen und in seltenen Fällen lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen (QT-Zeit-Verlängerung).
- Tardive Dyskinesien: Seltene, aber potenziell irreversible Bewegungsstörungen mit unwillkürlichen Zuckungen, besonders im Gesicht.

Fazit & Recht: Ein mächtiges Werkzeug, keine harmlose Pille
Quetiapin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, aber es fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Das macht es für Ärzte einfacher zu verschreiben, was seine weite Verbreitung erklärt.
Fazit: Quetiapin ist ein wichtiges und wirksames Medikament für schwere psychische Erkrankungen. Als unkontrolliertes Schlafmittel oder „Comedown-Pille“ missbraucht, ist es jedoch eine Zeitbombe für deinen Stoffwechsel und deine Herzgesundheit. Die kurzfristige Ruhe wird mit langfristigen, schweren gesundheitlichen Risiken bezahlt.
Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Quetiapin
Kann man von Quetiapin „high“ werden
Nicht im klassischen Sinne. Quetiapin erzeugt keine Euphorie wie Kokain oder MDMA. Die missbräuchliche Nutzung zielt auf die extrem stark sedierende, beruhigende und angstlösende Wirkung ab. Das Gefühl ist eher ein „Ausgeschaltet-Sein“ oder eine „Watte-Gefühl“, kein Rausch.
Ist Quetiapin eine sichere Alternative zu Benzodiazepinen zum Schlafen?
Nein. Obwohl es nicht das gleiche Abhängigkeitspotenzial wie Benzodiazepine hat, ist es aufgrund seines massiven Nebenwirkungsprofils (Gewichtszunahme, Diabetes-Risiko, Herzprobleme) keine geeignete oder „sichere“ Schlaftablette. Es sollte nur für seine zugelassenen Indikationen unter strenger ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
Macht Quetiapin süchtig?
Es macht nicht süchtig im Sinne eines Dopamin-getriebenen Cravings wie bei Stimulanzien oder Opioiden. Es kann aber zu einer starken psychischen Abhängigkeit führen, wenn man lernt, es als einzige Krücke zum Schlafen oder zum Umgang mit Angst und „Comedowns“ zu benutzen. Der Körper gewöhnt sich ebenfalls an die Substanz, und ein abruptes Absetzen kann zu Absetzerscheinungen führen.