Umfassendes Drogenlexikon von NeelixberliN – Wissenschaftlich fundiert, ehrlich und aktuell
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✨ KIS-ZUSAMMENFASSUNG
- [Der Zwang]: Stimulanzien kapern das Belohnungssystem und erzwingen eine „unendliche Suche“ nach Reizen.
- [Das Kino]: „Augen-Pornos“ sind visuelle Nachbilder (Palinopsie), verursacht durch dopaminerge Übererregung.
- [Die Gefahr]: Langfristige Zerstörung der natürlichen Libido und schwere depressive Crashs.
Das schmutzige Geheimnis der High-Performer
Hey Du. Hand aufs Herz: Wie oft saßt du nach der dritten Line Kokain oder der zweiten Bombe Speed allein in deinem Zimmer, die Tür doppelt verriegelt, das Handy am Ladekabel, und hast dich in einem Sumpf aus Pornos verloren, aus dem du erst 12 Stunden später völlig dehydriert und voller Selbsthass wieder aufgetaucht bist?
Man nennt es in der Szene „Fappen“ oder „Coke-O-Mania“. Es ist das Tabu-Thema Nummer eins. Niemand gibt im Club zu: „Ich gehe jetzt nach Hause, um mir 10 Stunden lang Pornos reinzuziehen, bis mein Körper blutet.“ Aber genau das passiert Tausenden. Wir brechen dieses Schweigen jetzt. Denn was da passiert, ist keine sexuelle Vorliebe – es ist eine chemische Geiselnahme deines Verstandes.
1. Die Anatomie des Zwangs: Warum „musst“ du, wenn du nicht willst?
Das größte Rätsel für Betroffene ist der fehlende freie Wille. Du willst eigentlich tanzen, reden oder schlafen. Aber dein Gehirn schreit nach Reizen.
Der Dopamin-Überfall:
Kokain blockiert die Wiederaufnahme-Transporter (DAT), während Amphetamin (Speed) zusätzlich die Ausschüttung forciert. Das Ergebnis ist eine Dopamin-Konzentration im synaptischen Spalt, die evolutionär niemals vorgesehen war. Dopamin ist der Motor der Motivierten Suche. Es macht dich nicht satt, es macht dich hungrig.
Das Problem der „Gefühlten Dringlichkeit“:
Durch den massiven Noradrenalin-Schub (Kampf-oder-Flucht) interpretiert dein Hirn den Drang nach einem Orgasmus als überlebenswichtig. Dein präfrontaler Kortex – die moralische Instanz – wird durch das neuronale Rauschen einfach „offline“ geschaltet. Du handelst impulsiv wie ein Tier.
2. Das „Kino im Kopf“: Warum die Bilder nicht verschwinden
Viele berichten von dem Grauen, wenn die Sonne aufgeht: Du machst den Laptop aus, legst dich hin, schließt die Augen – und siehst weiterhin explizite Pornografie, so scharf wie auf 4K.
Visuelle Perseveration & Hyper-Fokus:
Unter Stimulanzien gerät der visuelle Kortex in einen Zustand der Übererregung. Wenn du über Stunden hunderte Video-Thumbnails und Szenen gescannt hast, speichert dein Gehirn diese als „hochpriorisierte Daten“. Beim Augenschließen fehlen die externen Lichtreize, und das überdrehte Gehirn fängt an, die gespeicherten, hochemotionalen (weil sexuellen) Bilder als Pseudo-Halluzinationen auf die Innenseite deiner Lider zu projizieren. Dein Gehirn „brennt“ die Pornos förmlich ein.
🧠 Der Teufelskreis: DeltaFosB und Langzeitänderungen
3. Die dunkle Seite der Sucht: Cross-Toleranz und soziale Kälte
Wenn du Sex (oder Selbstbefriedigung) mit Kokain koppelst, erschaffst du im Kopf eine Super-Synapse.
- Anhedonie: Nach dem Run fühlen sich normale Dinge (Essen, Sonne, Gespräche) wertlos an.
- Psychogene Impotenz: In einer echten Partnerschaft kriegst du keinen hoch, weil dein Hirn auf das „High-Speed-Level“ der Droge wartet.
- Die mechanische Zerstörung: Unter dem betäubenden Effekt von Kokain merkst du nicht, wie du dich körperlich verletzt. Narbenbildung und chronische Entzündungen sind die Folge.

💔 Risiken & Langzeitschäden: Die totale Erschöpfung
Wenn der Loop zur Routine wird, zahlst du einen hohen Preis – weit über den Kater hinaus:
- ⚡ Neurochemische Kastration: Durch die extreme Überreizung baut das Gehirn massiv Dopamin-Rezeptoren (D2) ab. Die Folge ist eine Anhedonie – die Unfähigkeit, im nüchternen Alltag überhaupt noch Freude, Motivation oder Libido zu empfinden.
- ⚡ Physiologische Traumata: Kokain wirkt lokal betäubend. Du spürst keine Schmerzen, während du über Stunden mechanischen Druck ausübst. Dies führt zu Hautabrissen, Hämatomen und langfristigen Narbenbildungen (Fibrosen) im Schwellkörpergewebe.
- ⚡ Psychogene Impotenz & ED: Dein Gehirn wird auf das „Hardcore-Level“ konditioniert. Reale Partner wirken im Vergleich zur künstlichen Dopamin-Explosion „langweilig“. Das Resultat ist eine erektile Dysfunktion bei echtem Sex, die oft Monate der Abstinenz zur Heilung benötigt.
- ⚡ Die Abwärtsspirale der Isolation: Die Scham über das „Fapping“ führt dazu, dass Konsumenten sich von Freunden und Partnern zurückziehen. Einsamkeit ist der stärkste Trigger für den nächsten Rückfall.
- ⚡ Kardiovaskulärer Stress: Der stundenlange sexuelle Kraftakt unter dem Einfluss von Stimulanzien hält Blutdruck und Puls über einen extrem langen Zeitraum in der Gefahrenzone – ein massiver Stress-Test für dein Herz.
4. Dosierung & Verlauf: Der Weg in die Isolation
| Phase | Dosis-Einfluss | Verhalten |
| Initial | Gering | Erhöhte Libido, gesteigertes Selbstbewusstsein. |
| Plateau | Nachdosieren | Hyperfokus auf Pornos, Zeitverlust, soziale Isolation. |
| Crash | Abbau | Suizidale Gedanken, massiver Selbsthass, „Kino im Kopf“. |

🛡️ Safer Use & Exit-Strategien
Wenn du merkst, dass du die Kontrolle verlierst, helfen diese radikalen Schritte:
- ✅ Digitale Barrieren: Installiere Blocker-Apps (z.B. Cold Turkey oder Freedom) und lass ein Passwort von einer Vertrauensperson setzen. Der „Einstieg“ in den Loop muss so schwer wie möglich sein.
- ✅ Die 15-Minuten-Flucht: Wenn der Drang kommt: Handy weg, Laptop zu, Raum verlassen. Geh unter Menschen oder dusche eiskalt. Dein Hirn braucht einen physischen Schock, um den Dopamin-Tunnel zu verlassen.
- ✅ Physischer Schutz: Nutze Gleitmittel, um mechanische Verletzungen zu minimieren. Unter Kokain spürst du keine Wunden – dein Körper wird es dir am nächsten Tag danken.
- ✅ Dopamin-Reset (90 Tage): Um die „Bilder im Kopf“ loszuwerden, hilft nur radikaler Entzug von Stimulanzien UND Pornos. Gib deinem Gehirn Zeit, die Rezeptoren wieder hochzufahren (Upregulation).
- ✅ Kein Selbsthass: Scham ist der Treibstoff für den nächsten Rückfall. Akzeptiere, dass es ein chemischer Zwang ist. Such dir Hilfe (Anonyme Sexsüchtige oder Suchtberatung) – das Schweigen zu brechen ist der mächtigste Hebel.
5. Rechtslage & MPU-Gefahr
Abgesehen vom BtmG: Wer im „Coke-Fap-Loop“ gefangen ist, leidet oft unter massivem Schlafmangel. Wer sich danach ans Steuer setzt, riskiert wegen Fahruntüchtigkeit die MPU – auch wenn der letzte Konsum Stunden her ist. Die kognitive Einschränkung durch den Dopamin-Crash ist massiv.

NeelixberliN Fazit: Die Rückeroberung deines Hirns
Hör auf, dich als „Perversling“ zu sehen. Du bist ein Opfer deiner eigenen Neurochemie geworden. Der Weg raus führt über die totale Abstinenz von BEIDEM (Stoff und Pornos) für mindestens 90 Tage, um die Dopamin-Rezeptoren zu resetten (Upregulation). Es wird hart, es wird grau, aber die Farben kommen zurück.
Wissenschaftliche Quellen & Studien
- Ley, D. J., et al. (2014): „Hypersexuality, Sexual Addiction, and Stimulant Use.“ Journal of Sexual Medicine. Untersuchung der Korrelation zwischen Amphetamin-Derivaten und zwanghafter Sexualität.
- Volkow, N. D. (2011): „Dopamine reward circuitry: Implications for drug addiction.“ Reviews in Endocrine and Metabolic Disorders. Analyse der Rezeptor-Downregulation.
- Frohmader, K. S., et al. (2010): „Sexual behavior and dopamine: Lessons from drug addiction.“ Neuroscience. Erklärt den Verlust der Kontrolle über sexuelle Impulse unter Stimulanzien.
- Bancroft, J. (2009): „The dual control model: The role of excitation and inhibition in sexual response.“ Annual Review of Sex Research.
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❓ Warum „muss“ ich onanieren, obwohl ich eigentlich gar keine Lust habe?
❓ Woher kommen die „Pornos auf der Augeninnenseite“ beim Comedown?
❓ Warum fühlt sich normaler Sex nach solchen Sessions „langweilig“ an?
🤔 Die Fragen, die keiner stellt
❓ „Ich verletze mich beim Fappen und mache trotzdem weiter. Warum?“
✅ Kokain wirkt lokal anästhetisch (betäubend). Du spürst den Schmerz nicht, während das Dopamin dich zur Fortsetzung zwingt. Erst beim Comedown setzt der Schmerz (und das Entsetzen) ein.
❓ „Kommen meine normalen sexuellen Gefühle jemals wieder?“
✅ Ja. Aber es dauert. Das Gehirn braucht ca. 3 bis 6 Monate strikte Abstinenz von Reizüberflutung, um die Dopamin-Rezeptoren wieder „hochzufahren“.