Hey Du,
heute reden wir über ein Medikament, das als „Wundermittel“ gegen Schmerzen vermarktet wurde und stattdessen eine der schlimmsten Drogenepidemien der Neuzeit auslöste. Wir sprechen über Oxycodon, untrennbar verbunden mit dem Markennamen OxyContin®.
Die Geschichte von Oxycodon ist die Geschichte einer Lüge. Eine Geschichte von Profitgier, die unzählige Leben zerstört und den Weg für die heutige Fentanyl-Krise geebnet hat.
Was ist Oxycodon? Das Opioid hinter der Krise 💊
Oxycodon ist ein halbsynthetisches Opioid, das aus Thebain, einem Alkaloid des Schlafmohns, hergestellt wird. Es ist ein starkes Schmerzmittel, etwa 1,5- bis 2-mal so potent wie Morphin.
- Medizinische Verwendung: Zur Behandlung von starken bis sehr starken akuten und chronischen Schmerzen (z.B. bei Krebs oder nach Operationen).
- Darreichungsform: Meist als Tablette. Berühmt wurde die Retard-Formulierung OxyContin®.
- Straßennamen: Oxy, OC, Kicker, Hillbilly Heroin.
Die OxyContin-Lüge: Wie ein Pharmakonzern die Sucht verharmloste 💰
Um Oxycodon zu verstehen, muss man die Geschichte des Herstellers Purdue Pharma und der Sackler-Familie kennen.
1996 brachten sie OxyContin® auf den Markt. Eine Retard-Tablette, die den Wirkstoff über 12 Stunden langsam freisetzen sollte.
Ihre Marketing-Kampagne basierte auf einer aggressiven und, wie wir heute wissen, betrügerischen Behauptung:
„Das Suchtrisiko liegt bei weniger als 1%.“
Purdue Pharma investierte Millionen, um Ärzte davon zu überzeugen, OxyContin® großzügig für alle Arten von Schmerzen zu verschreiben – von Rückenschmerzen bis Arthritis. Die Lüge funktionierte. Die Verschreibungen explodierten. Tausende wurden abhängig, ohne es zu merken.

Die Wirkung: Ein heroinähnlicher Rausch auf Rezept ⚡
Oxycodon wirkt wie alle Opioide auf die μ-Opioid-Rezeptoren im Gehirn. Es erzeugt:
- Starke Schmerzlinderung
- Intensive Euphorie und ein Gefühl von Wärme und Wohlbefinden
- Beruhigung und Angstlösung
Konsumenten merkten schnell, wie man den angeblich „sicheren“ Retard-Effekt umgehen kann.
WARNUNG: DIE TÖDLICHE GEFAHR DES „DOSE-DUMPING“! ☠️
Der Trick, der OxyContin so gefährlich machte: Die Tabletten wurden zerkleinert und das Pulver geschnupft oder aufgelöst und gespritzt.
Dadurch wird der gesamte Wirkstoff von 12 Stunden auf einmal im Gehirn freigesetzt (Dose-Dumping). Das erzeugt einen schlagartigen, heroinähnlichen Rausch.
Dieser Missbrauch erhöht das Risiko einer tödlichen Überdosis durch Atemstillstand massiv.
Die Risiken & Folgen: Die typische Opioid-Abwärtsspirale ⛓️
Neben der Sucht und Überdosis sind die Risiken die gleichen wie bei anderen starken Opioiden:
- Starke körperliche & psychische Abhängigkeit mit qualvollen Entzugserscheinungen.
- Atemdepression: Besonders bei Mischkonsum mit Alkohol oder Benzodiazepinen.
- Nebenwirkungen: Extreme Verstopfung, Übelkeit, Juckreiz, Hormonstörungen.
- Der Weg zu Heroin/Fentanyl: Als die Ärzte die Rezepte strichen, stiegen unzählige Abhängige auf das billigere und leichter verfügbare Straßenheroin um – und landeten später bei Fentanyl.

Fazit & Hilfe: Ein warnendes Beispiel
Oxycodon ist ein wirksames Schmerzmittel, das in der Medizin seinen Platz hat. Aber die Geschichte von OxyContin ist das düsterste Kapitel moderner Pharmageschichte und eine Warnung davor, wie Profitgier eine ganze Gesellschaft ins Elend stürzen kann.
In Deutschland ist Oxycodon ein streng reguliertes Betäubungsmittel (BtMG). Der Missbrauch ist lebensgefährlich. Wenn du oder jemand, den du kennst, ein Problem mit Opioiden hat, gibt es Hilfe. Wende dich an eine Suchtberatungsstelle oder Gruppen wie Narcotics Anonymous (NA).
Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Oxycodon
Ist Oxycodon stärker als Morphin?
Ja. Man geht davon aus, dass Oxycodon oral eingenommen etwa 1,5- bis 2-mal so potent ist wie die gleiche Menge Morphin. Es ist ein sehr starkes Opioid.
Warum ist das Zerkleinern von OxyContin-Tabletten so gefährlich?
Weil dadurch der Retard-Mechanismus zerstört wird. Die Tablette ist so konzipiert, dass sie den Wirkstoff langsam über 12 Stunden abgibt. Wenn du sie zerkleinerst und schnupfst, schlägt die gesamte Dosis für 12 Stunden auf einmal im Gehirn ein. Das ist eine massive Überdosis, die leicht zu einem Atemstillstand führen kann.
Gibt es die Opioid-Krise wie in den USA auch in Deutschland?
Nicht in diesem verheerenden Ausmaß. Die Verschreibung von Opioiden ist in Deutschland viel strenger reguliert und wird genauer überwacht. Dennoch warnen Experten auch hier vor einem starken Anstieg der Opioid-Verschreibungen und der damit verbundenen Risiken. Wachsamkeit ist absolut geboten.