Pantherpilz: Der gefährliche Doppelgänger des Fliegenpilzes

Pantherpilz: Der gefährliche Doppelgänger des Fliegenpilzes


Hey Du,

heute reden wir über einen Pilz, der oft mit seinem berühmten rot-weißen Bruder, dem Fliegenpilz, in einen Topf geworfen wird, aber noch tückischer und potenter ist: der Pantherpilz (Amanita pantherina).

Er wird in manchen Kreisen als Rauschmittel gesucht, aber das ist ein extrem gefährliches Spiel. Das ist kein „Magic Mushroom“ für einen spaßigen Trip – das ist ein Ticket in ein delirantes, unkontrollierbares Chaos mit dem Risiko einer schweren Vergiftung.

Was ist der Pantherpilz & woran erkennt man ihn? 🍄

Der Pantherpilz ist ein Knollenblätterpilz, der in Laub- und Nadelwäldern wächst. Du erkennst ihn an:

  • Hut: Braun bis graubraun, 5-10 cm breit, mit weißen, abwischbaren Flocken (Überreste der Hülle).
  • Lamellen: Reinweiß und eng stehend.
  • Stiel: Weiß, mit einer hängenden, ungerieften Manschette und einer klar abgesetzten, wulstigen Knolle am Fuß.

Das Problem: Er kann von Laien leicht mit dem essbaren und sehr leckeren Perlpilz verwechselt werden!


Ein klares, scharfes Foto eines Pantherpilzes in seinem natürlichen Lebensraum im Wald. Alle Merkmale (brauner Hut mit weißen Flocken, Manschette, Knolle) sollten gut erkennbar sein.  "Pantherpilz erkennen", "Amanita pantherina", "giftiger Knollenblätterpilz"

Die wahren Gifte: Ibotensäure & Muscimol (NICHT Amatoxin!) 🧠

Jetzt kommt der wichtigste Punkt, bei dem es die meisten Falschinformationen gibt.

ACHTUNG: FALSCHES GIFT, ECHTE GEFAHR! ⚠️

Viele Webseiten behaupten fälschlicherweise, der Pantherpilz würde die gleichen tödlichen Gifte wie der grüne Knollenblätterpilz (Amatoxine) enthalten. DAS IST FALSCH!

Die Gifte im Pantherpilz sind Ibotensäure und Muscimol. Das sind Neurotoxine (Nervengifte), die direkt auf das Gehirn wirken.

  • Ibotensäure wirkt anregend und verwirrend.
  • Muscimol (entsteht beim Trocknen aus Ibotensäure) wirkt stark dämpfend und dissoziativ, da es an die GABA-Rezeptoren im Gehirn andockt.

Die Vergiftung ist also keine langsame Zerstörung der Leber, sondern ein akuter, neurologischer Rauschzustand.

Die Wirkung: Kein Trip, sondern ein Delirium 😵‍💫

Die Erfahrung nach dem Konsum von Pantherpilzen hat nichts mit dem klaren, oft euphorischen Trip von Psilocybin-Pilzen („Magic Mushrooms“) zu tun. Es ist ein deliranter, oft als sehr unangenehm beschriebener Zustand:

  • Starke Verwirrung und Desorientierung.
  • Verlust der Koordination, Torkeln wie bei einer schweren Alkoholvergiftung.
  • Unkontrollierbare Muskelzuckungen.
  • Verzerrte Wahrnehmung von Größenverhältnissen (Dinge erscheinen riesig oder winzig).
  • Ein ständiger Wechsel zwischen tiefer, koma-ähnlicher Sedierung und Phasen extremer motorischer Unruhe.
  • Oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen.

Der „Rausch“ ist ein chaotischer, traumartiger Zustand, an den man sich oft nur bruchstückhaft oder gar nicht erinnern kann.


Eine stilisierte Grafik, die eine menschliche Silhouette zeigt, deren Wahrnehmung komplett verzerrt ist. Objekte um sie herum sind unlogisch groß und klein, die Welt scheint sich zu drehen. Symbolisiert den deliranten Zustand. "Pantherpilz Wirkung", "deliranter Rausch", "Muscimol Vergiftung"

Die tödliche Gefahr: Verwechslung & Symptome der Vergiftung ☠️

  • Verwechslungsgefahr: Die größte Gefahr für Pilzsammler ist die Verwechslung mit dem essbaren Perlpilz. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Der Perlpilz hat eine geriefte Manschette und sein Fleisch verfärbt sich rötlich, wenn man es verletzt. Der Pantherpilz hat eine glatte Manschette und sein Fleisch bleibt weiß.
  • Pantherpilz vs. Fliegenpilz: Der Pantherpilz enthält die gleichen Gifte wie der Fliegenpilz (Amanita muscaria), aber in einer deutlich höheren und stärker schwankenden Konzentration. Er gilt daher als giftiger und unberechenbarer.
  • Vergiftungssymptome: Treten ca. 30 Minuten bis 2 Stunden nach dem Verzehr auf und umfassen die oben genannten Rausch-Symptome, können aber auch zu Atemlähmung und im Extremfall (insbesondere bei Kindern oder Vorerkrankungen) zum Tod führen. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung gilt immer: SOFORT den Notruf 112 wählen!

Fazit: Finger weg von diesem Pilz!

Der Pantherpilz ist kein „Magic Mushroom“ und keine spaßige Partydroge. Er ist ein starker Giftpilz, dessen Konsum zu einem unkontrollierbaren, unangenehmen und potenziell gefährlichen Delirium führt. Die Dosierung ist unmöglich, die Wirkung eine Lotterie und die Verwechslungsgefahr mit Speisepilzen hoch. Lass die Finger davon.


Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Pantherpilz


Ist der Pantherpilz tödlich?

Eine tödliche Vergiftung ist bei einem gesunden Erwachsenen sehr selten, aber möglich, insbesondere bei hohen Dosen oder bei Kindern. Das Gift ist nicht das leberzerstörende Amatoxin des Knollenblätterpilzes, sondern das Nervengift Muscimol/Ibotensäure. Der Tod kann durch Atemlähmung im komatösen Zustand eintreten. Die Hauptgefahr sind jedoch Unfälle, die im Zustand der Verwirrung und des Deliriums passieren.

Macht der Pantherpilz einen ähnlichen „Trip“ wie Magic Mushrooms (Psilocybin)?

Nein, überhaupt nicht. Psilocybin erzeugt oft einen klaren, visuell geprägten, emotionalen und einsichtsvollen psychedelischen Zustand. Der Pantherpilz (bzw. sein Wirkstoff Muscimol) erzeugt ein delirantes, dissoziatives und oft verwirrtes Rauscherlebnis, das eher einem tiefen, traumartigen Schlaf mit motorischer Unruhe und Gedächtnisverlust ähnelt. Die Erfahrungen sind nicht miteinander vergleichbar.

Ist der Besitz des Pantherpilzes illegal?

Nein. Da der Pantherpilz nicht unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fällt, ist der Besitz des Pilzes selbst nicht illegal. Er gilt schlicht als Giftpilz. Der Verkauf zum Zweck des Rauschkonsums könnte jedoch rechtliche Probleme nach sich ziehen.


Über den Autor: NeelixberliN

Über Gabriel Maetz

NeelixberliN teilt hier seine persönliche und ungefilterte Erfahrung auf dem Weg aus der Sucht. Nach Jahren der Abhängigkeit, unter anderem von Polamidon, kämpft er sich Tag für Tag zurück ins Leben. Dieser Blog ist sein persönliches Logbuch, eine Hilfe für sich selbst und hoffentlich auch eine stütze für andere, die einen ähnlichen Kampf führen.

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