Tramadol: Das „schwache“ Opioid mit dem brutalen Entzug

Tramadol: Das „schwache“ Opioid mit dem brutalen Entzug


Hey Du,

heute reden wir über ein Schmerzmittel, das viele für harmlos halten. Es wird oft als „schwaches“ Opioid bezeichnet und leichter verschrieben als Morphin oder Oxycodon. Aber lass dich nicht täuschen: Tramadol ist eine hochpotente Substanz mit einer tückischen Doppelwirkung und einem massiven Suchtpotenzial.

Ich kenne es selbst aus meiner Zeit im Medikamentenhandel nur zu gut. Es war, genau wie Tilidin, immer einfach zu organisieren und auf dem Schwarzmarkt eine beliebte und günstige Alternative, bis der „richtige“ Stoff da war.

Was ist Tramadol & wie wirkt es im Gehirn? 🧠

Tramadol ist ein vollsynthetisches Opioid-Schmerzmittel. Lange dachte man, es sei rein künstlich, fand den Wirkstoff dann aber auch in der Wurzelrinde eines afrikanischen Baumes.

Das Besondere an Tramadol ist seine duale Wirkungsweise:

  1. Opioide Wirkung: Es bindet (relativ schwach) an die μ-Opioid-Rezeptoren, was die typische schmerzlindernde und leicht euphorische Wirkung erklärt.
  2. Antidepressive Wirkung: Gleichzeitig hemmt es die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, ähnlich wie ein SNRI-Antidepressivum.

Diese Kombination aus leichter Opioid-Wirkung und Stimmungsaufhellung macht es für viele so attraktiv – und so gefährlich.


Eine Grafik eines Gehirns. Zwei verschiedene Moleküle (eins für die Opioid-Wirkung, eins für die Serotonin/Noradrenalin-Wirkung) fliegen auf das Gehirn zu und docken an unterschiedlichen Stellen an. Symbolisiert die duale Wirkungsweise. "Wirkung von Tramadol", "dualer Wirkmechanismus", "Opioid und Antidepressivum"

Die Risiken: Warum „schwach“ eine gefährliche Lüge ist ☠️

Die vermeintlich schwache Opioid-Wirkung verleitet viele zum Missbrauch in hohen Dosen. Das hat massive Risiken.

WARNUNG: HOHES RISIKO FÜR KRAMPFANFÄLLE! seizures

Das ist die spezifischste und eine der größten Gefahren von Tramadol. Durch seine Wirkung auf das Serotonin- und Noradrenalin-System senkt es die Krampfschwelle im Gehirn erheblich.

Eine hohe Dosis oder der Mischkonsum mit anderen Substanzen (insbesondere anderen Antidepressiva oder Uppern) kann plötzlich und ohne Vorwarnung einen schweren epileptischen Anfall auslösen.

Weitere Risiken:

  • Serotonin-Syndrom: Eine potenziell tödliche Überreaktion bei Mischkonsum mit anderen Serotonin-wirksamen Substanzen (wie MDMA oder SSRIs).
  • Abhängigkeit: Das psychische und körperliche Suchtpotenzial ist hoch.
  • Atemdepression: Wie bei allen Opioiden, besonders in Kombination mit Alkohol oder Benzodiazepinen.

Der Entzug: Die doppelte Hölle

Der Entzug von Tramadol ist besonders tückisch, weil er die Symptome von zwei Entzügen kombiniert:

  1. Der Opiat-Entzug: Grippeähnliche Symptome, Schmerzen, Unruhe, Durchfall, Schwitzen.
  2. Der Antidepressiva-Entzug: Starke Angstzustände, Panikattacken, Reizbarkeit, Depression und die gefürchteten „Brain Zaps“ (Gefühl von Stromschlägen im Kopf).

Dieser doppelte Entzug wird von vielen als extrem qualvoll beschrieben und führt oft zu schnellen Rückfällen.


Eine stilisierte Grafik einer Person, die von zwei Seiten von Wellen getroffen wird. Eine Welle ist beschriftet mit "Opiat-Entzug (Schmerz, Übelkeit)", die andere mit "Antidepressiva-Entzug (Angst, Panik)". Symbolisiert den doppelten Entzug.  "Tramadol Entzug Symptome", "doppelter Entzug", "Absetzsymptome"

Fazit: Ein Medikament mit versteckten Gefahren

Tramadol ist ein wirksames Schmerzmittel, wenn es kurzfristig und unter strenger ärztlicher Aufsicht eingesetzt wird. Aber die Bezeichnung „schwaches Opioid“ ist eine gefährliche Verharmlosung.

Sein dualer Wirkmechanismus macht es zu einer Substanz mit hohem Suchtpotenzial und einem besonders qualvollen Entzug. Es ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man die Risiken eines Medikaments nie unterschätzen sollte, nur weil es vom Arzt kommt.


Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Tramadol


Ist Tramadol so stark wie Tilidin oder Morphin?

Nein. Tramadol ist schwächer als klassische starke Opioide wie Morphin oder Oxycodon. Es wird oft in seiner Potenz mit Tilidin verglichen, wobei die Wirkung sehr individuell ist. Der entscheidende Unterschied ist der zusätzliche Wirkmechanismus auf Serotonin und Noradrenalin, der die psychotrope Wirkung von Tramadol einzigartig macht.

Warum bekomme ich von Tramadol Krampfanfälle?

Tramadol senkt die Krampfschwelle des Gehirns. Das bedeutet, das Gehirn neigt eher zu unkontrollierten elektrischen Entladungen, die einen epileptischen Anfall auslösen. Dieses Risiko steigt mit der Dosis und ist besonders hoch, wenn Tramadol mit anderen Drogen wie Stimulanzien (Speed, Koks) oder bestimmten Antidepressiva kombiniert wird.

Ist der Entzug von Tramadol wirklich so schlimm?

Ja, er wird von vielen Betroffenen als extrem unangenehm beschrieben, eben weil er die Symptome eines Opioid-Entzugs (körperliche Schmerzen, Unruhe) mit den Symptomen eines Antidepressiva-Entzugs (Angst, Panik, „Brain Zaps“) kombiniert. Ein langsames, ärztlich begleitetes Ausschleichen ist absolut notwendig.


Über den Autor: NeelixberliN

Über Gabriel Maetz

NeelixberliN teilt hier seine persönliche und ungefilterte Erfahrung auf dem Weg aus der Sucht. Nach Jahren der Abhängigkeit, unter anderem von Polamidon, kämpft er sich Tag für Tag zurück ins Leben. Dieser Blog ist sein persönliches Logbuch, eine Hilfe für sich selbst und hoffentlich auch eine stütze für andere, die einen ähnlichen Kampf führen.

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