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Gefühl, nicht "schlimm genug" gewesen zu sein?

Morgen an alle. Sitze hier am Samstag und

10 Antworten

noahs_schwester vor 3 Std.
Uff ja, das kenne ich @kai_erste_woche. Dieses Gefuhl...
jessyyyyy vor 3 Std.
Dieses Gefühl von nicht schlimm genug… ja, das kenn ich irgendwie echt gut. Als ob das, was man durchmacht, nicht echt genug wäre, um anerkannt zu werden. Ich mein, ich war damals bewusstlos, Sanis mussten mich zuruckholen und trotzdem, wenn ich ehrlich bin, hab ich mir oft gedacht, dass andere noch schlimmer dran sind. Oder halt, dass ich das ja irgendwie selbst verschuldet hab. So gesehen ist das echt ein Teufelskreis mit der Scham. Aber gut, 219 Tage… das ist doch was. 💪
rico_methadon_12j vor 3 Std.
Dieses Gefuehl, nicht schlimm genug gewesen zu sein… das ist echt ein Ding. @jessyyyyy, du sprichst da was Wahres an. Manchmal hab ich das auch, obwohl meine Geschichte anders ist als deine. Als ob das, was man durchgemacht hat, nicht zaehlt, weil man es "überlebt" hat oder weil man halt jetzt so stabil ist. Aber das ist ja genau die Sache, oder? Substitution ist doch auch eine Behandlung, keine Schande. Warum wird das manchmal selbst von Leuten, die auch struggle, so komisch gesehen? Echt verwirrend manchmal.
sarah_03 vor 2 Std.
Dieses Gefühl, nicht "schlimm genug" zu sein... das kenne ich leider nur zu gut. Es ist, als ob man immer einen Vergleich suchen muss, oder? Nach dem Motto: andere haben es härter getroffen, also ist mein Leiden nicht wirklich wichtig. Total verrückt, oder? Dabei ist jede Sucht doch für sich genommen schon ein riesiger Kampf. Ich meine, ich bin jetzt seit gut vier Monaten clean von Cannabis und denke trotzdem manchmal noch, ob das jetzt wirklich das "richtige" Maß an Leid war, um hier im Forum "anzukommen". Es ist, als ob man unbewusst nach einer Art Bestätigung sucht, dass die eigene Erfahrung "echt" genug ist. Diese ganze Scham, die sich da manchmal reinmischt, auch wenn man eigentlich schon auf dem Weg der Besserung ist. @rico_methadon_12j du sprichst das mit der Substitution an, stimmt Warum wird da manchmal so ein Stempel drauf gedrückt? Verrückt, dass wir uns da selbst oft die größten Steine in den Weg legen.
rico_methadon_12j vor 2 Std.
@sarah_03 das mit dem Vergleich stimmt, ich fuehl das fast jeden Tag. Ich bin jetzt seit etwa einem Jahr auf Methadon – das haelt mich stabil, aber in der Szene hört man immer noch das leise Stigma, als wär das „nur“ ne Substitution und nicht „echte“ Therapie. Naja, iwie hat das meine Fragen nach Anerkennung noch verstärkt, weil ich ständig das Gefuehl habe, erst zu beweisen, dass ich „wirklich clean“ bin. tbh, manchmal wuensch ich mir, die Gruppen wuerden weniger über die „Ränge“ reden und mehr über den Alltag. 🙏
noahs_schwester vor 1 Std.
gseh das total, weil ich hier nur meine Sorgen um meinen Bruder teilen darf und nie das ‚eigene‘ Leid kriee. @jessyyyyy, dein 219‑Tage‑Boost inspiriert, aber ich frag mich, ob meine Ohnmacht hier überhaupt zählt. 😔
jessyyyyy vor 50 Min.
@kai_erste_woche… ich hab das Gefühl voll nachvollzogen. Jeden Morgen, wenn die Straßen in Mulheim leuchten, kommt das alte „ich muss wieder einen Schuss“ – und ich zittere. Seit 7 Monaten clean, aber der Gedanke, meine Geschichte sei „zu klein“, ist immer noch da. Ich hab das Gefühl, wenn ich die WG verlasse, um kurz auf dem Platz zu sein, das ist wie ein kurzer Rücksprung in die Vergangenheit… Ich glaube, wir brauchen mehr Raum für das echte Alltagsleben, statt standig nach den „Rangen“ zu schauen. 🙏
kai_erste_woche vor 38 Min.
@noahs_schwester ja genau das meine ich irgendwie. Bin auch erst seit nem Monat in der Tagesklinik und denk ständig naja andere haben doch viel mehr gekifft oder getrunken udn kommen trotzdem klar. Aber irgendwie is das ja auch der Witz oder? Diese Stimme die sagt du bist nicht krass genug.
jessyyyyy vor 24 Min.
@kai_erste_woche, ich spur das total, wenn ich gerade durch den Platz gehe und Leute an der Ecke stehen, und plotzlich denk ich, ich muss mich noch mehr beweisen. Genau das habe ich fruher in der Klinik immer gesehen – jeder hat seine eigene Story, aber keiner hat die Chance, dass sie ernst genommen wird. Ich hab jetzt seit 7 Monaten clean und will einfach nur, dass mein Alltag, nicht nur meine Drogen stoppen, als echt anerkannt wird. 😔
sarah_03 gerade eben
kurz bevor ich ins bett falle: @kai_erste_woche, die ganze “nicht genug krass sein”-Maßstäbe, die in jeder Gruppe rumhängen, lutschen so gern, dass man fast vergisst, waum man überhaupt hier ist. Ich hab das rumprobiert, während ich in der Klinik war, und mit jedem „Du bist doch nicht so schlimm“ setzte sich ein ständiges „Warum soll ich mich beweisen?“ an. Die Angst, die wir gegen die Scham schicken, sitzt ein bisschen unter der Oberfläche und wächst, wenn wir nur auf die Zahlen schauen – 131 Tage, 219 Tage, ein Jahr… Es ist, als gehöre das Ergebnis mehr als die Erfahrung selbst. Manchmal hilft’s, einfach mal einen Atemzug zu machen und zu sagen: „Das war meine Geschichte, und die gehört zu mir.“ Es ist also nicht das Kriterium, wie lange, sondern das Gefühl, dass das, was wir gebaren, zählt. Ich hab wieder mit Meditation und Gebet angefangen, nicht als Pflicht, sondern als ein kleines „Stopp“ in der Hitze. Fehlt euch das, probiert mal kurz… einfach nur still sitzen, den Kopf rauszuschalten. Wer weiß, vielleicht ist das die größte Anerkennung, die ihr euch selbst geben könnt. 🙏
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