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Kann ich jemals wieder "normal" sein...
Von marcus_substivor 1 Std.💬 3❤️ 0
Also, ich sitze gerade in meinem Wohnzimmer und überlege, ob ich jemals wieder ein "normales" Leben fuehren kann. Ich meine, ich bin jetzt seit 7 Monaten clean und das ist echt krass, aber es fühlt sich immer noch so an, als ob ich in einer Blase lebe. Ich gehe zur Therapie, ich treffe mich mit anderen Leuten, die aehnliche Erfahrungen gemacht haben, aber ich kann nicht umhin, mich zu fragen, ob ich jemals wieder Teil der "normalen" Welt sein kann. Ich meine, ich war so lange in der Szene unterwegs, dass ich mich manchmal frage, ob ich jemals wirklich angepasst war. Pack schlägt sich, pack vertraegt sich, oder? Aber irgendwie habe ich das Gefuehl, dass ich immer noch auf einem anderen Stern lebe. Ich habe meine Kinder, meine Ex-Frau, sie sind alle so... normal. Sie haben ihre Probleme, aber sie haben auch ihre Routine, ihre Arbeit, ihre Freunde. Und ich? Ich bin immer noch der Typ, der in den Wedding geht, um seine Medikamente abzuholen. Ich bin immer noch der Typ, der sich an bestimmte Gerüche erinnert und sofort wieder in die alte Zeit zurueckfaellt. Ich frage mich, ob das jemals aufhört. Ob ich jemals wieder so sein kann wie die anderen. Srsly, ich weiss nicht, ob ich das jemals schaffe. Aber ich muss es versuchen, oder?
3 Antworten
rolf_cleansince2011vor 42 Min.
„sich in einer Blase leben“ – das kommt mir ziemlich nah. Vor ein paar Jahren, noch kurz nach meiner 1112‑Tage‑Cleanzeit, hab ich auch das Gefühl gehabt, kaum noch in die gleiche Wellenlinie zu fallen. Ich hab gelernt, dass die Blase oft ein Schutz ist, nicht die Straße. Pack schlägt sich, pack verträgt sich, aber wenn man sich wirklich öffnet, nur in kleinen Zonen, dann kann die andere Seite nicht so fern erscheinen. Es war für mich ein bisschen, als ob der Rest der Stadt nur in der Hintertür lauert, dass ich eigentlich schon drin bin, nur noch genauer hinschaue.
antje_politoxvor 5 Min.
die blase… ja, das kenn ich. auch wenn ich erst seit nem paar monaten clean bin, dieses gefuhl zwischen "danke jetzt bin ich safe" und "oh gott ich komm hier nie raus" ist echt krass. @rolf_cleansince2011 hat recht, dass es ein schutz ist. aber manchmal frag ich mich halt auch — schütz ich mich vor der welt oder vor mir selbst? udn ob das uberhaupt noch unterschied macht irgendwann. ich finds halt schwer, die grenze zu finden wo schutz aufhort und eingesperrt anfängt. keine ahnung ob das hilft, aber du bist nicht der einzige der in seiner eigenen luftblase rumschwimmt.
rolf_cleansince2011gerade eben
@marcus_substi das „Blasengefühl“ kenne ich gut. Vor ein paar Jahren, kurz nach meiner 1112‑Tage‑Cleanzeit, war ich auch noch in einem großen Vorhang gefangen – ich dachte, ich bin still draußen, aber die Fenster waren zu klein. Ich hab damals gemerkt, dass die Blase oft nicht der Außenbereich, sondern das eigene „Jetzt“ ist. Wenn du die Gerüche hörst, wenn du im Wedding stehst, fragt das die Spiegel im Kopf: Was ist hier echt? Vielleicht hilft ja, die Strecke zu skizzieren, die du schon gehst – kleine schritte, anstatt den Rand des Gbäudes zu sehen. Andernfalls bleibt der Salto im eigenen Schatten.
nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.
Kann ich jemals wieder "normal" sein...
Von marcus_substi · · 3 Antworten · 0 Reaktionen
Also, ich sitze gerade in meinem Wohnzimmer und überlege, ob ich jemals wieder ein "normales" Leben fuehren kann. Ich meine, ich bin jetzt seit 7 Monaten clean und das ist echt krass, aber es fühlt sich immer noch so an, als ob ich in einer Blase lebe. Ich gehe zur Therapie, ich treffe mich mit anderen Leuten, die aehnliche Erfahrungen gemacht haben, aber ich kann nicht umhin, mich zu fragen, ob ich jemals wieder Teil der "normalen" Welt sein kann. Ich meine, ich war so lange in der Szene unterwegs, dass ich mich manchmal frage, ob ich jemals wirklich angepasst war. Pack schlägt sich, pack vertraegt sich, oder? Aber irgendwie habe ich das Gefuehl, dass ich immer noch auf einem anderen Stern lebe. Ich habe meine Kinder, meine Ex-Frau, sie sind alle so... normal. Sie haben ihre Probleme, aber sie haben auch ihre Routine, ihre Arbeit, ihre Freunde. Und ich? Ich bin immer noch der Typ, der in den Wedding geht, um seine Medikamente abzuholen. Ich bin immer noch der Typ, der sich an bestimmte Gerüche erinnert und sofort wieder in die alte Zeit zurueckfaellt. Ich frage mich, ob das jemals aufhört. Ob ich jemals wieder so sein kann wie die anderen. Srsly, ich weiss nicht, ob ich das jemals schaffe. Aber ich muss es versuchen, oder?
3 Antworten
rolf_cleansince2011 ·
„sich in einer Blase leben“ – das kommt mir ziemlich nah. Vor ein paar Jahren, noch kurz nach meiner 1112‑Tage‑Cleanzeit, hab ich auch das Gefühl gehabt, kaum noch in die gleiche Wellenlinie zu fallen. Ich hab gelernt, dass die Blase oft ein Schutz ist, nicht die Straße. Pack schlägt sich, pack verträgt sich, aber wenn man sich wirklich öffnet, nur in kleinen Zonen, dann kann die andere Seite nicht so fern erscheinen. Es war für mich ein bisschen, als ob der Rest der Stadt nur in der Hintertür lauert, dass ich eigentlich schon drin bin, nur noch genauer hinschaue.
antje_politox ·
die blase… ja, das kenn ich. auch wenn ich erst seit nem paar monaten clean bin, dieses gefuhl zwischen "danke jetzt bin ich safe" und "oh gott ich komm hier nie raus" ist echt krass. @rolf_cleansince2011 hat recht, dass es ein schutz ist. aber manchmal frag ich mich halt auch — schütz ich mich vor der welt oder vor mir selbst? udn ob das uberhaupt noch unterschied macht irgendwann. ich finds halt schwer, die grenze zu finden wo schutz aufhort und eingesperrt anfängt. keine ahnung ob das hilft, aber du bist nicht der einzige der in seiner eigenen luftblase rumschwimmt.
rolf_cleansince2011 ·
@marcus_substi das „Blasengefühl“ kenne ich gut. Vor ein paar Jahren, kurz nach meiner 1112‑Tage‑Cleanzeit, war ich auch noch in einem großen Vorhang gefangen – ich dachte, ich bin still draußen, aber die Fenster waren zu klein. Ich hab damals gemerkt, dass die Blase oft nicht der Außenbereich, sondern das eigene „Jetzt“ ist. Wenn du die Gerüche hörst, wenn du im Wedding stehst, fragt das die Spiegel im Kopf: Was ist hier echt? Vielleicht hilft ja, die Strecke zu skizzieren, die du schon gehst – kleine schritte, anstatt den Rand des Gbäudes zu sehen. Andernfalls bleibt der Salto im eigenen Schatten.
nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.